Projekte

Ausgangssituation

An die Arbeit in der Kindertagespflege werden vielfältige und zugleich hoch professionell auszuführende Anforderungen gestellt. Grundlage der Arbeit bildet dabei die pädagogische Prämisse, jedes Kind sowohl in Kindertageseinrichtungen als auch in der Kindertagespflege individuell zu fördern. Die Bildungskonzeption für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern stellt dafür einen verbindlichen Handlungsrahmen dar.

Die Kindertagespflegepersonen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind sich diesen Anforderungen bewusst und gaben an verschiedenen Stellen den Anstoß, sich mit Fragen zur Umsetzung in der Praxis auseinandersetzen zu wollen, dabei in einen fachlich angeleiteten Austausch miteinander zu treten und zugleich das eigene methodische Handlungsrepertoire zu erweitern und kritisch zu hinterfragen. Im Fokus sollte hierbei die Interaktion zwischen Kind und Kindertagespflegeperson stehen, die unter den besonderen Aspekten von Bindung und Bildung, Beobachtung und Dokumentation sowie Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern betrachtet wird.

Zielstellung

Die ISBW gGmbH und sein Verbundpartner, der Verein zur Förderung der Kindertagespflege im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte e. V., verfolgten mit dem Modellvorhaben „Tagespflegepersonen stärken - Videogestützte Interaktionsberatung in der Kindertagespflege" das Ziel, ein fachliches Unterstützungssystem für Kindertagespflegepersonen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (MSE) zu etablieren. Dieses Unterstützungssystem sollte die Qualifizierungsangebote zur Bildungskonzeption sowie die Angebote zur Fach- und Praxisberatung im Landkreis ergänzen und vertiefen. Somit zielte das Projekt einerseits auf den Ausbau bisher erworbener Handlungskompetenzen von Kindertagespflegepersonen und andererseits auf die Initiierung langfristiger Vernetzungen zum Fach- und Erfahrungsaustausch der Kindertagespflegepersonen untereinander.

Umsetzung

Die Arbeit im Modellprojekt konzentrierte sich auf den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Organisatorisch waren der Aufbau und die Begleitung von vier standortbezogenen Gruppen in den Regionen Neubrandenburg, Neustrelitz, Waren (Müritz) und Demmin angedacht.Im Sinne der Nachhaltigkeit und der Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse der Tagespflegepersonen erfolgte die Maßnahme in Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Kindertagespflege im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte e. V. Es trafen sich drei Gruppen - eine Neustrelitz/Demmin/Neubrandenburg-Gruppe, eine weitere Neubrandenburger Gruppe und eine Warener Gruppe monatlich.

Inhalte

Beziehungserfahrungen haben in den ersten Lebensjahren eines Kindes einen prägenden Einfluss auf seine soziale, emotionale und kognitive Entwicklung. Vor diesem Hintergrund spielt die Art und Weise des Umgangs miteinander, die Qualität der Beziehung zwischen Kindertagespflegeperson und Kind eine wesentliche Rolle dabei, wie sich das Kind entwickelt. Kinder benötigen die Gelegenheit, zuverlässige sekundäre Bindungen zu ihren Betreuerinnen und Betreuern aufzubauen. Dazu ist es erforderlich, die Wahrnehmung von kindlichen Interaktionsmustern im Kontakt mit wichtigen Bezugspersonen (wie z. B. Mutter, Vater, Kindertagespflegeperson) zu schulen.

Im Modellprojekt lernten die Kindertagespflegepersonen deshalb, anhand von Videosequenzen kindliche Verhaltensweisen zu deuten und die Reaktionen der Bezugspersonen zu reflektieren. Das half dabei, die Kinder und sich selbst besser zu verstehen und eigene Bindungs- und Beziehungserfahrungen in der Auswirkung auf das eigene pädagogische Handeln zu erkennen.

In einer engen Theorie-Praxis-Verzahnung wurde dabei ein fortwährender Bezug zum Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag des KiföG hergestellt und folgende Themenschwerpunkte vertiefend aufgegriffen:

    • eigene Rolle als Kindertagespflegeperson
    • Bild vom Kind
    • Übergänge gestalten
    • Entwicklungsaufgaben von Kindern
    • Bildungs -und Erziehungsbereiche
    • Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern
    • Eingewöhnung
    • sprachliche Entwicklung
    • Bindungsthemen
    • Beobachtung und Dokumentation
    • Frühpädagogische Bildung.

 

Ablauf und Organisation

Zur Umsetzung der Projektziele wurden Gruppentreffen, Einzelberatungen in der Häuslichkeit sowie Intensivtage durchgeführt. Diese gestalteten sich wie folgt:

Gruppentreffen zur Interaktionsberatung

    • vierwöchentliche Treffen der jeweiligen Regionalgruppe (ca. 3 h)

In den  regionalen Gruppen fanden monatlich moderierte Gruppenbesprechungen in Form kollegialer Beratung statt. Hier spielte neben der videogestützten Fallbesprechung anhand von neutralen Lehrvideos auch die Vermittlung theoretischer Inhalte eine Rolle. Praktisches Handeln wurde eng mit Grundkenntnissen aus der Entwicklungspsychologie des Säuglings- und Kleinkindalters und der Bindungsforschung verknüpft. Die Gruppe bot Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs der Tagespflegepersonen untereinander.

Einzelberatung

    • Begleitung/Hospitation und Erstellung von Videoaufzeichnungen im Betreuungsalltag
    • Je Tagespflegeperson drei Einzelberatungen pro Jahr in der Häuslichkeit, davon eine in der beantragten Projekt-Laufzeit


Für jede der teilnehmenden Tagespflegepersonen wurde eine individuelle, personenbezogene Beratung in der Häuslichkeit durchgeführt. Die Beratung stützte sich vornehmlich auf ausgewählte Videosequenzen des Betreuungsalltages, die durch die Beraterin zuvor erstellt wurden. Die Tagespflegepersonen lernten unter fachlicher Begleitung, Interaktionen zu analysieren und dadurch für das Verhalten und die Entwicklungsaufgaben von Kindern sowie für das eigene Verhalten und die Einfühlung in die kindlichen Gefühle und Bedürfnisse ihre Handlungskompetenzen weiterzuentwickeln.

Intensivtage

    • drei komplette Weiterbildungstage pro Jahr in der Gesamtgruppe


Die konkrete inhaltliche Ausgestaltung der Intensivtage richtete sich nach den Bedarfen und Bedürfnissen der  Gruppe und wurde durch die Moderatorinnen dementsprechend vorbereitet. Hier ging es beispielsweise um die Entwicklung und praktische Umsetzung von Eingewöhnungsmodellen, die Zusammenarbeit mit Eltern, Entwicklungsaufgaben und Entwicklungsauffälligkeiten von Kindern und Kinderschutz.


Abschluss:

Lesen Sie hier den Artikel zum Projektabschluss.

 

Kontakt:

Grit Thiede-Reichel


gefördert von:

                  Signet Logo soziales integration gleichstellung

Gesamt Logo

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Ausgangssituation

Männer und Frauen sind gleichberechtigt; das steht so seit vielen Jahren im Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes.

Doch schlägt sich diese Gleichberechtigung auch bei der Entlohnung nieder?

bild6jungDeutschland befindet sich im europäischen Vergleich des Gender Pay Gap (durchschnittliche Stundenlohnlücke zwischen Männern und Frauen) mit Rang 25 von 28 Staaten unter den Schlusslichtern Europas. Jüngste statistische Auswertungen zur Entgeltgleichheit 2015 zeigen, dass in Deutschland eine unbereinigte Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern – bezogen auf das durchschnittliche Stundenentgelt – von 21 Prozent besteht (vgl. Destatis 2016).

Wenngleich der Lohnrückstand der Frauen gegenüber den Männern in unserem Bundesland bei lediglich 6 % liegt (Aussage aus dem Sozialministerium, März 2016), besteht dennoch auch in unserem Bundesland die Notwendigkeit, einen Beitrag für eine tatsächliche Geschlechtergerechtigkeit hinsichtlich der Entgeltgleichheit zu leisten. Eine zentrale Ursache für den Befund ist laut DGB das insgesamt in Mecklenburg-Vorpommern vorherrschende niedrige Lohnniveau, das eine größere Lücke gar nicht erst entstehen lässt.

In den letzten Jahren lässt sich feststellen, dass die Aufmerksamkeit für das Thema „Entgeltgleichheit" in der Öffentlichkeit zugenommen hat. Ausdruck dafür ist auch das aktuelle Vorhaben der Bundesregierung, ein Gesetz zur Lohngerechtigkeit zu verabschieden. Dieses soll mehr Transparenz bei geschlechtsspezifischen Entgeltstrukturen ermöglichen und damit einen Beitrag zur Beseitigung von Entgeltdiskriminierung leisten. Mit dem Gesetz sollen Angestellte in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten einen individuellen Auskunftsanspruch erhalten. Zudem soll ein Prüfverfahren für Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten eingeführt werden. Lageberichtspflichtige Unternehmen (Kapitalgesellschaften) ab 500 Beschäftigten müssen künftig regelmäßig über Maßnahmen zur Gleichstellung und zur Entgeltgleichheit im Unternehmen berichten. Die Verabschiedung des Gesetzes ist im Sommer 2017 geplant.

Was wollen wir erreichen?

Hauptziel des Projektes ist es, einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Zielsetzung der Europäischen Union „Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit" für Mecklenburg-Vorpommern zu leisten. Dazu werden Fragen von Entgeltgleichheit untersucht und Wege aufgezeigt, einer bestehenden Entgeltungleichheit entgegenzuwirken. Durch unterschiedliche und zugleich miteinander verzahnte Aktivitäten wird das Themenfeld so bearbeitet, dass nicht nur ein stärkeres Bewusstsein für Ursachen und Folgen von Entgeltdiskriminierung entsteht, sondern auch praxisnahe Strategien auf dem Weg zu einer diskriminierungsfreien Vergütung greifen und zur Nachahmung inspirieren.

 

   bild2   bild3 jung   bild4jung   bild5jungx         Illustration: Stella Schüssler

 

Wer arbeitet zusammen?

Die Stützpfeiler des Projektes sind Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern. Zugleich arbeiten wir  mit mit Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern, den Unternehmensverbänden, den Gewerkschaften und Kammern sowie den Gleichstellungsbeauftragten in den Regionen und Landkreisen zusammen.

 

Was erwartet uns als Unternehmen konkret?

Machen Sie den ersten Schritt und stellen Sie Ihre Entgeltpolitik auf den Prüfstand! Anhand wissenschaftlich entwickelter Instrumente erhalten Sie aussagekräftige Ergebnisse für Ihr Unternehmen. Wir begleiten Sie auf dem Weg zur Feststellung einer fairen Entgeltpolitik. Dabei gehen wir folgende Schritte:

 

                             Treppe 3

 

Was ist der Mehrwert für mein Unternehmen?

Es sind nicht nur die rechtlichen Vorschriften, die Sie als Unternehmen dazu veranlassen sollten, Entgeltgleichheit zu gewährleisten. Es gibt auch ökonomische Gründe (vgl. Jochmann-Döll):

  • Nur zufriedene und motivierte Beschäftigte fühlen sich langfristig an das Unternehmen gebunden, was die Kosten durch Fluktuation senkt und Investitionen in Einarbeitungs- und Qualifizierungsmaßnahmen rentabler macht.
  • Auch das Image des Unternehmens nach außen wird durch eine transparente und erfolgreiche Entgeltgleichheitspolitik positiv beeinflusst.
  • Ein gutes Image auf dem Arbeitsmarkt hilft, qualifiziertes Personal zu gewinnen und langfristig zu binden, was Wettbewerbsvorteile mit sich bringt.
  • Eine transparente und systematisch gestaltete Entgeltpolitik ist nicht nur gleichstellungspolitisch erforderlich, sondern ein Zeichen handwerklich guter und kompetenter Personalarbeit.

 

Laufzeit: 15. Juli 2016 – 31. Oktober 2018


Kontakt:

Diana Wienbrandt
Projektleiterin
Friedrich-Engels-Ring 12, 17033 Neubrandenburg
E-Mail: diana.wienbrandt@isbw.de
Tel.: 0395 5584039
Mobil: 0176 56371957       

 

 

Newsletter "Türöffner Entgeltgleichheit"

Wir möchten Sie künftig in regelmäßigen Abständen über interessante Aspekte von Entgeltpolitik international, national und regional informieren. Der Newsletter wird unterschiedliche Rubriken enthalten, beispielsweise "Entgeltpolitik leicht gemacht", "News für Unternehmen in MV" sowie "Eine besonders alltägliche Geschichte zur Lohn(un)gerechtigkeit".

Senden Sie uns gern eine Mail wenn Sie die Zusendung des Newsletters wünschen. Ansonsten werden wir auf dieser Homepage alle Newsletter veröffentlichen. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

 

 

 

Anmeldungen für den Newsletter:
diana.wienbrandt@isbw.de

Quellenverzeichnis:

Destatis, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2016
(https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/BevoelkerungSoziales/Arbeitsmarkt/GenderPayGap.html)

Mit dem Mentoring-Programm „Aufstieg in Unternehmen“ werden Frauen bMentoringei ihrem beruflichen Aufstieg begleitet. Dabei fördert eine erfahrene Führungskraft (Mentor/in) eine weibliche Nachwuchsführungskraft (Mentee) in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung für etwa 12 Monate. Die Mentees und Mentor/innen kommen aus unterschiedlichen Unternehmen (Cross-Mentoring) um von verschiedenen Erfahrungen und Unternehmenskulturen zu profitieren.

Was bietet das Programm?

  • Begleitung durch einen erfahrenen Mentor / eine erfahrene Mentorin
  • Weiterbildung in Form bedarfsorientierter Workshops und Seminare
  • regionale und überregionale Netzwerkveranstaltungen
  • Austausch mit Teilnehmenden

 

Welche Ziele verfolgt das Programm?

  • Begleitung von motivierten Frauen bei ihrem beruflichen Aufstieg in Führungspositionen
  • Sicherung des Fachkräftebedarfes
  • Bindung qualifizierter Führungskräfte
  • Positionierung als attraktiver Arbeitgeber
  • Landesweite Vernetzung

 

Wovon profitieren die weiblichen Nachwuchsführungskräfte?

  • Entwicklung von beruflichen und persönlichen Kompetenzen und Stärkung des Selbstvertrauens
  • Fachlicher Austausch und Feedback von einer erfahrenen Führungskraft
  • Austausch mit anderen Teilnehmerinnen und Einführung in neue Netzwerke
  • Weiterbildungsmöglichkeit und Teilnahme an Veranstaltungen

 

Wovon profitieren die Mentorinnen und Mentoren?

  • Weiterentwicklung von Beratungs- und Führungskompetenzen
  • Reflexion der beruflichen und persönlichen Entwicklung
  • Gewinnung von neuen Impulsen und Sichtweisen
  • Vielfältige Austauschmöglichkeiten mit anderen Teilnehmenden und Einführung in neue Netzwerke

 

Wovon profitieren die Unternehmen?

  • Berufliche Förderung und Motivation von ambitionierten Mitarbeiterinnen
  • Nachhaltige Nachwuchsförderung
  • Vorbeugung eines Fach- und Führungskräftemangels durch die Bindung und Entwicklung von qualifizierten Mitarbeiterinnen
  • Positionierung als attraktiver Arbeitgeber durch Einsatz innovativer Personalentwicklung
  • Gewinnung von neuen Impulsen und Eindrücken aus anderen Unternehmen

 

Zielgruppe:

Frauen in Unternehmen oder wirtschaftsnahen Einrichtungen, die:

  • Projekt-, Budget- oder Personalverantwortung besitzen.
  • mittelfristig eine (höhere) leitende Position oder mehr Verantwortung übernehmen sollen.
  • Interesse am Austausch und Weiterentwicklung haben.

 

Frauen und Männer in Unternehmen oder wirtschaftsnahen Einrichtungen, die:

  • langjährige Erfahrung als Führungskraft besitzen.
  • ihre Beratungs- und Führungskompetenzen ausbauen möchten.

    Gesamt Logo

 

Laufzeit: 01.01.2018 - 31.12.2020

 

Ansprechpartnerin:

Kathleen Wirth

Friedrich-Engels-Ring 12

17033 Neubrandenburg

Tel.: 0395 5584040

Mobil: 0151 42209162

E-Mail: kathleen.wirth@isbw.de

 

Weitere Informationen zu dem Mentoringprogramm erhalten Sie HIER...

Go to top