Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung gGmbH Neustrelitz

EU-Projekt "Selbstverständnis Entgeltgleichheit"Gesamt Logo


Ausgangssituation

Männer und Frauen sind gleichberechtigt; das steht so seit vielen Jahren im Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes.

Doch schlägt sich diese Gleichberechtigung auch bei der Entlohnung nieder?

bild6jungDeutschland befindet sich im europäischen Vergleich des Gender Pay Gap (durchschnittliche Stundenlohnlücke zwischen Männern und Frauen) mit Rang 25 von 28 Staaten unter den Schlusslichtern Europas. Jüngste statistische Auswertungen zur Entgeltgleichheit 2015 zeigen, dass in Deutschland eine unbereinigte Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern – bezogen auf das durchschnittliche Stundenentgelt – von 21 Prozent besteht (vgl. Destatis 2016).

Wenngleich der Lohnrückstand der Frauen gegenüber den Männern in unserem Bundesland bei lediglich 6 % liegt (Aussage aus dem Sozialministerium, März 2016), besteht dennoch auch in unserem Bundesland die Notwendigkeit, einen Beitrag für eine tatsächliche Geschlechtergerechtigkeit hinsichtlich der Entgeltgleichheit zu leisten. Eine zentrale Ursache für den Befund ist laut DGB das insgesamt in Mecklenburg-Vorpommern vorherrschende niedrige Lohnniveau, das eine größere Lücke gar nicht erst entstehen lässt.

In den letzten Jahren lässt sich feststellen, dass die Aufmerksamkeit für das Thema „Entgeltgleichheit" in der Öffentlichkeit zugenommen hat. Ausdruck dafür ist auch das aktuelle Vorhaben der Bundesregierung, ein Gesetz zur Lohngerechtigkeit zu verabschieden. Dieses soll mehr Transparenz bei geschlechtsspezifischen Entgeltstrukturen ermöglichen und damit einen Beitrag zur Beseitigung von Entgeltdiskriminierung leisten. Mit dem Gesetz sollen Angestellte in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten einen individuellen Auskunftsanspruch erhalten. Zudem soll ein Prüfverfahren für Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten eingeführt werden. Lageberichtspflichtige Unternehmen (Kapitalgesellschaften) ab 500 Beschäftigten müssen künftig regelmäßig über Maßnahmen zur Gleichstellung und zur Entgeltgleichheit im Unternehmen berichten. Die Verabschiedung des Gesetzes ist im Sommer 2017 geplant.

Was wollen wir erreichen?

Hauptziel des Projektes ist es, einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Zielsetzung der Europäischen Union „Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit" für Mecklenburg-Vorpommern zu leisten. Dazu werden Fragen von Entgeltgleichheit untersucht und Wege aufgezeigt, einer bestehenden Entgeltungleichheit entgegenzuwirken. Durch unterschiedliche und zugleich miteinander verzahnte Aktivitäten wird das Themenfeld so bearbeitet, dass nicht nur ein stärkeres Bewusstsein für Ursachen und Folgen von Entgeltdiskriminierung entsteht, sondern auch praxisnahe Strategien auf dem Weg zu einer diskriminierungsfreien Vergütung greifen und zur Nachahmung inspirieren.

 

   bild2   bild3 jung   bild4jung   bild5jungx         Illustration: Stella Schüssler

 

Wer arbeitet zusammen?

Die Stützpfeiler des Projektes sind Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern. Zugleich arbeiten wir  mit mit Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern, den Unternehmensverbänden, den Gewerkschaften und Kammern sowie den Gleichstellungsbeauftragten in den Regionen und Landkreisen zusammen.

 

Was erwartet uns als Unternehmen konkret?

Machen Sie den ersten Schritt und stellen Sie Ihre Entgeltpolitik auf den Prüfstand! Anhand wissenschaftlich entwickelter Instrumente erhalten Sie aussagekräftige Ergebnisse für Ihr Unternehmen. Wir begleiten Sie auf dem Weg zur Feststellung einer fairen Entgeltpolitik. Dabei gehen wir folgende Schritte:

 

                             Treppe 3

 

Was ist der Mehrwert für mein Unternehmen?

Es sind nicht nur die rechtlichen Vorschriften, die Sie als Unternehmen dazu veranlassen sollten, Entgeltgleichheit zu gewährleisten. Es gibt auch ökonomische Gründe (vgl. Jochmann-Döll):

  • Nur zufriedene und motivierte Beschäftigte fühlen sich langfristig an das Unternehmen gebunden, was die Kosten durch Fluktuation senkt und Investitionen in Einarbeitungs- und Qualifizierungsmaßnahmen rentabler macht.
  • Auch das Image des Unternehmens nach außen wird durch eine transparente und erfolgreiche Entgeltgleichheitspolitik positiv beeinflusst.
  • Ein gutes Image auf dem Arbeitsmarkt hilft, qualifiziertes Personal zu gewinnen und langfristig zu binden, was Wettbewerbsvorteile mit sich bringt.
  • Eine transparente und systematisch gestaltete Entgeltpolitik ist nicht nur gleichstellungspolitisch erforderlich, sondern ein Zeichen handwerklich guter und kompetenter Personalarbeit.

 

Laufzeit: 15. Juli 2016 – 31. Oktober 2018


Kontakt:

Diana Wienbrandt
Projektleiterin
Friedrich-Engels-Ring 12, 17033 Neubrandenburg
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.: 0395 5584039
Mobil: 0176 56371957       

 

 

Quellenverzeichnis:

Destatis, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2016
(https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/BevoelkerungSoziales/Arbeitsmarkt/GenderPayGap.html)